zurück
| |
Spitzensport wird gefördert:
|
 |
 |
|
 |
Sue Kussbach
Weltmeisterin
|
|
| Klasse: |
Standardklasse |
| LV: |
Nordrhein-Westfalen (LV NRW)
|
| Verein: |
Luftsportfreunde 2000 Kamen/Dortmund
|
Portrait:
Meine fliegerische Karriere begann im Alter von 6 Wochen. Ich bin 1967 in El Paso (Texas, USA) geboren. Meine Eltern waren gerade im Begriff, wieder nach Deutschland umzuziehen. Sie mussten auf mich warten, bis ich „flugtauglich“ wurde. Das Segelfliegen wurde mir durch meinen Vater in die Wiege gelegt, er war selbst Segelflieger. Als Kind mochte ich das Fliegen nie so richtig; mir wurde meistens schlecht. Das Drumherum gefiel mir da schon viel besser. Meinen ersten Schulstart absolvierte ich 1984 relativ spät im Alter von 16 Jahren bei den Luftsportfreunden in Kamen. 1986 -erhielt ich den Luftfahrerschein in Form des PPL C. Während eines erneuten USA-Aufenthaltes kümmerte ich mich um den PPL-A, der dann auch in Deutschland anerkannt wurde. Der PPL-B war dann nur noch Formsache. Seit 1994 habe ich die Lehrberechtigung PPL-C, inzwischen auch die Trainer A- Lizenz.
Ich interessiere mich nicht nur für das praktische Fliegen. In meinem Verein betreute ich zuerst die mehr als 60 Jugendlichen als Jugendleiterin. Heute bin ich Cheffluglehrerin und Abteilungsleiterin für Segelflug. In Nordrhein-Westfalen betätige ich mich zudem als Frauenbeauftragte und Vize-Präsidentin des Landesluftsportverbandes.
Wettbewerbsmäßig trat ich erstmals bei der Deutschen Meisterschaft 1994 in Marpingen auf. Dort belegte ich den 14. Platz in der Standardklasse. Für viele sehr überraschend nahm ich an den Europameisterschaften 1995 in Marpingen teil. Ich hatte mich als Gastpilotin für die USA qualifiziert, der Andrang aus Übersee eher gering ausfiel. Ein 16. Platz war das Resultat, gepaart mit dere Einsicht, noch viel dazu lernen zu müssen.
Nach einer längeren Wettbewerbspause flog ich 1998 meine dritte Deutsche Meisterschaft in Jena. Überraschend konnte ich den dritten Platz belegen und trotz mangelnder Vorpunkte qualifizierte ich mich für die Nationalmannschaft. Dieses sicherte mir gleichzeitig auch einen Startplatz bei der EM in Lezsno (Polen), diesmal im deutschen Team. Dort konnte ich den 7. Platz belegen.
Das Jahr 2000 war für mich bis dahin das erfolgreichste meiner fliegerischen Laufbahn. Mein Verein, die Luftsportfreunde Kamen/Dortmund e.V., erhielt eine LS 8, so dass ich vom Discus auf die LS 8 umsteigen konnte. Ich kam sofort mit diesem Flugzeug zurecht. Im Trainingslager konnte ich zusammen mit Gundula Goeke und Cornelia Schaich einen Deutschen Geschwindigkeits- Klassenrekord in der Standardklasse über ein 500 km Dreieck mit 100.01 km/h erfliegen. Ich war wohl eine Sekunde schneller als Gundula, also nicht der Rede wert...
Bei der nächsten Deutschen Meisterschaft 2000 in Neresheim bildete ich ein Team mit Steffi Mühl und Gundula Goeke. Von Anfang an hat dieses Team sehr gut funktioniert. Leider landete Gundula gleich zwei Mal außen, so dass es für sie nicht ganz in die Nationalmannschaft reichte. Wer von uns beiden - Steffi oder ich - Erste werden sollte, wollten wir dem Zufall überlassen. Das Glück lag dabei mehr auf meiner Seite. Der Abstand zwischen uns beiden war aber auch nur hauch dünn. Als Erst- und Zweiplatzierte konnten wir uns beide für unsere erste Weltmeisterschaft in Litauen qualifiziert. Das Jahr 2001 war ein Jahr des Wettbewerbsfliegens. Als Deutsche Meisterin hatte ich mich für die gemischte DM in Aalen qualifiziert. Dort konnte ich nur den 38. Platz belegen. Naja, schließlich absolvierte ich meine ersten LS-8-Starts in diesem Jahr erst auf den Meisterschaften. Dieses war nicht die beste Vorbereitung für einen Wettbewerb. Bei den Weltmeisterschaften in Litauen flog ich wiederum im Team mit Steffi Mühl und Cornelia Schaich. Für mich verliefen diese Weltmeisterschaften nicht ganz so gut. Die Wetterverhältnisse waren nicht ganz optimal. Wir hatten fünf Wettbewerbstage, davon konnte ich dreimal über die Ziellinie gehen, hatte jedoch sechs Außenlandungen. Das Wetter war einfach zu schlecht, um mehr als diese fünf Wertungstage zu erzielen. Land und Leute lernte ich durch die sechs Außenlandungen kennen. Ein 7. Platz sprang am Ende heraus. Bei den Deutschen Meisterschaften auf der Hahnweide 2002 konnte ich einen guten 2. Platz erzielen und somit hatte ich mich wiederum für die Weltmeisterschaften qualifiziert. Für die zweite WM hatte ich mir im Vergleich zur ersten mehr vorgenommen. Schon das Trainingslager 2003 wurde auf dem Flugplatz des Austragungsortes gelegt. Dort fanden wir beste Wettervoraussetzungen vor. Die weite Anreise nach Tschechien hatte sich gelohnt. Die WM verlief in der ersten Woche aus meiner Sicht noch etwas verhalten, waren die Wetterverhältnisse in Tschechien doch eher schwierig. In der zweiten Woche konnte fast jeden Tag geflogen worden. Am Ende hatten wir zehn Wertungstage beisammen. Die letzten vier Wertungstage gingen an uns, ich konnte die letzten beiden für mich entscheiden und somit Vizeweltmeisterin werden. Das gesamte Team schnitt sehr gut ab. Von den neun möglichen Podiumsplätzen fielen allein sechs deutschen Pilotinnen zu. Aufgrund des Vizeweltmeistertitels wurde ich in Kamen zur Sportlerin des Jahres gewählt.
2004 fanden wiederum Deutschen Meisterschaften statt. Dieses Mal war es sehr interessant, da dieser Wettbewerb gleichzeitig als Vorweltmeisterschaften in Klix fungierten. Ich wollte mich zum einen im Trainingslager in Bled (Slowenien) und zum anderen bei den Blockmeisterschaften in Rotenburg einfliegen. Beides fiel mehr oder weniger ins Wasser. In Bled konnte ich nur zwei kurze Starts durchführen, in Rotenburg kam ich auf nur einen kurzen Wertungstag. Immerhin erzielte ich in Rotenburg den 7. Platz. 10 Sekunden fehlten zu einem Qualifikationsplatz zu den gemischten Deutschen Meisterschaften in Zwickau. Das Wetter in Klix war dann schon besser. Es konnte an jeden Tag geflogen werden, schlussendlich waren es zehn Wertungstage. Für mich verliefen die Meisterschaften nach Maß. Ich konnte zwei Wertungstage für mich entscheiden; am Ende wurde ich Deutsche Meisterin. Meine Teamkollegin Gundula Goeke konnte den zweiten Platz belegen. Klix war eine gute Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften; dort nahmen bereits eine japanische sowie eine australische Pilotin teil. Die Auszeichnung in meinem Wohnort in Dortmund blieb nicht aus: Ich bekam vor 76.000 Zuschauern im Dortmunder Westfalenstadion auf dem Spielfeld ein Trikot von den Dortmundern durch Norbert Dickel überreicht. Dieses war ein ganz besonderes Erlebnis. Auch in Kamen erhielt ich eine Auszeichnung. Ich wurde zum zweiten Mal hintereinander zur Sportlerin des Jahres gekürt. Das Jahr 2005 begann ein wenig turbulent. Das Vereinsflugzeug, die LS 8, wurde bei einem Trainingslager der Junioren so stark beschädigt, dass das Flugzeug die gesamte Saison nicht zur Verfügung stand. Bei den Deutschen Meisterschaften in Zwickau konnte ich die Werksmaschine 8T von DG fliegen. Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an die Firma DG, dass mir das Flugzeug zur Verfügung gestellt wurde. Abgeschnitten habe ich bei der DM in Zwickau nicht wirklich gut. Einige gute Tagesplatzierungen sprangen zwar raus, insgesamt kam ich aber nur auf einen 32. Platz. Die Vorbereitung auf diese Meisterschaft verlief auch ein wenig chaotisch. Meinen ersten einsitzigen Start in diesem Jahr konnte ich z.B. erst beim Pflichttraining durchführen. Als Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften in Klix war die DM aber allemal sehr gut: Vieles ließ sich mal wieder dazulernen. Als Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften in Klix fand das Traininglager der Frauennationalmannschaft direkt am WM-Austragungsort statt. Ich konnte den Förder-Duo Discus des BWLV fliegen. Hier erneut ein Dank in Richtung Baden-Württemberg. Das Trainingswetter war super. An jedem Tag konnten wir fliegen und waren also sehr gut vorbereitet auf die WM. Die WM selbst war dann wiederum nicht so erfolgreich. Erneut spielte das Wetter den limitierenden Faktor. Man könnte es auch Würfelwetter nennen. Ich hatte wohl nicht so ganz das richtige Näschen für die komplizierten Wetterlagen. Andere kamen besser mit diesen Lagen zurecht. Es sprang insgesamt ein enttäuschender 8. Platz heraus. Das Jahr 2006 verlief mal wieder nach Maß. Das Trainingslager in Bled lud zu schönen Flügen ein. Gut vorbereitet ging es nach Coburg zu den Deutschen Meisterschaften. Dort wurde ich zum dritten Mal Deutsche Meisterin in der Standardklasse, was die Qualifikation zur WM in Romoratin / Frankreich bedeutete. Das Trainingslager 2007 startete sofort bombastisch, bedingt durch die gute Wetterlage. Niederöblarn in Österreich bleibt uns allen in positiver Erinnerung. Diesmal besser vorbereitet ging es zur gemischten DM in Zwickau. Ein guter 4. Platz war dort das Resultat. Aufgrund der geringen Vorpunkte reichte es allerdings nicht für die gemischte Nationalmannschaft. Die WM in Romorantin verlief wieder einmal nicht optimal. Ich beendete diese Weltmeisterschaften auf dem 7. Platz. Die Streckenflugsaison 2008 fing in Österreich in Zell am See an. Durchwachsenes Wetter fanden wir während des Trainingslagers der Frauennationalmannschaft vor, immerhin konnten wir einige Streckenflugkilometer erfliegen. Die DM in Lachen-Speyerdorf war wieder einmal gut verlaufen. Ich konnte den 2. Platz erzielen und mich somit für die WM in Ungarn qualifizieren. Die Leistungen bei den Blockmeisterschaften in Brandenburg reichten aus, um sich für die gemischte DM in Aalen zu qualifizieren. Das Trainingslager der Frauennationalmannschaft im April 2009 fand dann in Unterwössen statt. Dort gab es eine gesamte Woche lang fantastisches Wetter mit in Summe über 2200 Streckenkilometern innerhalb von total 35 Stunden. Die gemischte Deutsche Meisterschaften in Aalen verliefen eher durchwachsen, was für mich allerdings eine perfekte Vorbereitung für die WM in Ungarn sechs Wochen später darstellte. Der 19. Gesamtplatz sprang am Ende heraus, und ich bin doch fast immer in eine Wetterfalle hinein getappt. Allerdings konnte ich mich irgendwie immer wieder aus der jeweiligen misslichen Lage heraus schlingen - wenn auch durch hohen Zeitverlust. Saisonhöhepunkt waren dann die Weltmeisterschaften 2009 im ungarischen Szeged. Nach neun Wertungstagen konnte ich durch eine super Teamleistung Weltmeisterin in der Standardklasse werden. Dieses war mein bisher größter sportlicher Erfolg meiner fliegerischen Laufbahn. Gleichzeitig konnte ich mich die WM 2010 in der Slowakei sowie für die WM 2011 in Schweden schon jetzt qualifizieren. Saisonhöhepunkt 2010 sind die Weltmeisterschaften in der Slowakei. Leider werde ich zum Zeitpunkt der DM der Frauen in Zwickau keinen Urlaub bekommen und somit nicht an den Deutschen Meisterschaften teilnehmen können. Schauen wir mal, was das Jahr 2010 so bringt. Recht gespannt bin ich doch schon auf die WM in der Slowakei. Ich hoffe auf gute Wetterbedingungen und viel, viel Spaß.
|
Sportliche Erfolge:
1997
| DM Frauen Standardklasse
| 4. Platz
| 1998
| DM Frauen Standardklasse
| 3. Platz
| 2000
| DM Frauen Standardklasse
| 1. Platz
| 2002
| DM Frauen Standardklasse
| 2. Platz
| 2002
| WM Frauen Standardklasse
| 2. Platz
| 2004
| DM Frauen Standardklasse
| 1. Platz
| 2006
| DM Frauen Standardklasse
| 1. Platz
| 2008
| DM Frauen Standardklasse
| 2. Platz
| 2009
| WM Frauen Standardklasse
| 1. Platz
|
Deutscher Klassenrekord Geschwindigkeit 500km Dreieck Sportlerehrenmedaille des Landes NRW Sportplakette des Landes NRW
|
<< zurück
|
 |