zurück
| |
Spitzensport wird gefördert:
|
 |
 |
|
 |
Michael Sommer
Weltmeister
|
|
| Klasse: |
Offene Klasse |
| LV: |
Bayern (LVB)
|
| Verein: |
SFC Möve Obernau e.V.
|
Portrait:
Für alle möglichen Sportarten haben meine Eltern mich als Teenager versucht zu animieren; doch ohne nachhaltigen Erfolg. Ein Besuch auf dem nahe gelegenen Segelflugplatz – Modellflieger war ich schon und die Verbindung zum Segelflugverein entstand durch einen Kollegen meines Vaters – änderte dies unwiderruflich. Nach dem ersten Mitflug in der Ka2b wusste ich trotz lediglich 5 Minuten kurzer Flugdauer sofort: Das ist es! Es war ein Moment, der mein Leben veränderte.
Im Alter von 14 Jahren begann ich mit der Schulung. Der erste Soloflug, erste Streckenflüge und der erste 300km-Flug (noch als Flugschüler mit Flugauftrag und somit dem Segen der Behörden) folgten schnell. Mit dem Erhalt der Segelfluglizenz mit 17 Jahren wurden die Streckenflüge im Rahmen der DMSt immer größer. Das Ausreizen des an einem Tag Möglichen hat mich damals schon enorm angezogen. Erst im Alter von 19 Jahren kam eher per Zufall die Idee, einen zentralen Wettbewerb zu fliegen. Das waren dann die Bayerischen Juniorenmeisterschaften 1992, und erst da – verbunden mit dem Kennenlernen einiger ehemaligen Sportsoldaten – wurden mir bezüglich der im Segelflugsport offen stehenden Möglichkeiten die Augen geöffnet.
Dann ging alles recht schnell: 1993 das eigene Flugzeug, die geliebte LS1f, sowie eine Stelle als Sport-Zivildienstleistender. Ab dem Jahr 1994 war ich Mitglied der Juniorennationalmannschaft und es folgten zwei Deutsche Juniorenmeister- und ein Junioreneuropameistertitel. In diese Zeit fällt auch das für mich bisher einzig effektive und noch immer nachhaltige systematische Training des Segelflugs. Zuerst als Landesleistungstrainer in Bayern, später zusammen mit einigen anderen als Trainer der Juniorennationalmannschaft hat Gerd Peter Lauer wie kein Zweiter meinen segelfliegerischen Weg geprägt. Diese Zeit der Trainingslager in Lichtenfels und in Südfrankreich war nicht nur für mich der Schlüssel zum späteren Erfolg.
Im November 1997 gab es dann die große Überraschung: Zum Ende meiner Juniorenzeit wird mir die Ehre zuteil, den nagelneuen gräflichen Nimbus 4 EP, gestiftet von der legendären Lady Enid Padget, für zwei Jahre fliegen zu dürfen. Dem war einiges an Diskussion in der Juniorenwelt vorangegangen: Muss es denn für Junioren wirklich ein Flugzeug der Offenen Klasse sein? Die Frage beantwortete sich für mich persönlich nach den ersten Flügen wie von selbst: Einmal mehr - wie bereits 10 Jahre zuvor in der Ka2b - wusste ich: Das ist es! Die Eleganz, das Mehr an Leistung des größten aller Segelflugzeuge (was nicht nur größere Strecken und höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten, sondern auch im Wettbewerb mehr Flugwegoptionen mit der Möglichkeit der Variation im Vergleich zu den Konkurrenten erlaubt), ist einzigartig. Seit dieser Zeit übt die Offene Klasse eine ungeheure Faszination auf mich aus, die von der relativen Unhandlichkeit der Flugzeuge am Boden und in der Luft nur unwesentlich getrübt werden kann.
Nach Ablauf der Zeit mit dem Nimbus 4 EP ermöglichte mir die großzügige Unterstützung von Dr. Herbert Märtin meinen Verbleib in der Offenen Klasse – von da an mit der ASW 22 BLE, die ich mir die letzten 10 Jahre meistens für die Deutschen sowie die Weltmeisterschaften leihen konnte. Dies ist noch immer das Flugzeug meiner Träume: Die Eleganz dieser Flügel, die Harmonie der Steuerung - diese Leistung ist schwer zu übertreffen. Zwei Deutsche Meistertitel, ein Vizeweltmeisterrang und zwei Weltmeistertitel fallen in diese Zeit. Diese Erfolge wurden zum großen Teil im engen Teamflug mit Tassilo Bode erreicht, meinem Weggefährten aus der Juniorenzeit.
Doch mein eigentlicher Antrieb war schon und ist noch immer die reine Freude am Fliegen. Dazu brauche ich keinen Wettbewerb, ich genieße genauso das dezentrale bzw. OLC-Fliegen, immer mit dem Ziel, das Maximale aus dem Tag herauszuholen. War dafür in meiner Studentenzeit ausreichend Zeit vorhanden, um einen hohen Leistungsstand zu erreichen, haben sich mit dem Fortschreiten der professionellen Laufbahn die Prioritäten verschoben und die Zeit für das Fliegen ist kostbar geworden. Umso mehr wiegt die Freude und die Motivation, sitze ich dann doch wieder einmal im Cockpit.
Nach 6 Jahren beruflicher Tätigkeit in Melbourne/Australien werde ich zur Weltmeisterschaft 2010 in Ungarn aus Shanghai/China anreisen, wo ich seit Mai 2009 für meinen Arbeitgeber Continental Automotive tätig bin. In Ungarn habe ich die einmalige - wenn auch theoretische - Chance, als einer von ganz wenigen Segelfliegern dieser Welt drei Weltmeistertitel in Folge zu erzielen. Ich würde lügen, wenn ich sagte, dass mich das nicht reizt...
|
Sportliche Erfolge:
| 1993 |
5. Platz DM Junioren Clubklasse |
| 1995 |
Deutscher Meister Junioren Clubklasse |
1996
| Deutscher Vize-Meister Clubklasse
|
| 1997 |
Deutscher Meister Junioren Clubklasse |
| 1997 |
Europameister Junioren Clubklasse |
| 1998 |
5. Platz DM Clubklasse |
1998
| 6. Platz DM Offene Klasse
|
| 2000 |
Deutscher Vize-Meister Offene Klasse |
| 2001 |
Vize-Weltmeister Offene Klasse |
| 2002 |
3. Platz DM Offene Klasse |
| 2005 |
Deutscher Meister Offene Klasse |
| 2006 |
Weltmeister Offene Klasse | 2007
| Deutscher Meister Offene Klasse
| 2008
| Weltmeister Offene Klasse
| 2009
| 3. Platz DM Offene Klasse
| |
<< zurück
|
 |